Gerade ist ein neues Email von Thomas Bubendorfer bei mir gelandet. Endlich hat es die Verbindung mit dem Satelliten erlaubt, die ersten beiden Fotos an uns zu schicken. Dafür musste Thomas allerdings rund sieben Minuten Ladezeit pro Bild in Kauf nehmen.
Er schreibt: „..bin seit gestern in fast 4000 Meter Höhe in einem uralten Dorf von ursprünglich Tibetern (sieht aus wie in Büchern von Tibet). Wir sind gestern sieben Stunden gegangen bis hier herauf, zuletzt im Schneesturm. Morgens ist es immer sehr schön, ab Mittag zieht es zu. Auch jetzt sitze ich wieder sehr ungemütlich im Freien wegen der Verbindung zum Satelliten, sehr starker Wind.“

Karges Gelände beim Aufstieg Richtung Ngawal
Thomas schreibt weiter, dass er sich immer besser eingewöhnt. Trotz der widrigen Umstände: „Wie die Menschen hier leben ist unvorstellbar. Wenn sie keine Eisentöpfe oder Strom hätten (die gelegentliche Glühbirne) dann meinte man, hier ist noch vor dem Mittelalter. In einem Bach, der die „Hauptgasse“ hier herunter rinnt, werden Wäsche und Geschirr gewaschen, aber auch die Zähne geputzt. Unmittelbar daneben ist alles voll von Esel- oder Kuhscheiße. Es ist nicht leicht, sich von den europäischen Hygienemaßstäben zu verabschieden…“
Ortschaft Ngawal - 3.657 Meter Höhe
Morgen macht sich Thomas für drei Tage (und Nächte) zu einem der Sechstausender auf, dem Chulu Far East. Da er den Computer nicht mitnehmen kann, will er sich von unterwegs per Handy melden.

Hallo Andrea, das ist schön, mal einen Originalton von Thomas Bubendorfer aus dem Himalaya zu lesen. Die Fotos sind sehr beeindruckend. Aber die Headline “Zustände wie im Mittelalter” finde ich schon sehr daneben gegriffen – für eine jahrtausendealte Kultur, die nur in Resten Zerstörung und Okkupation überlebt hat. Das wird wohl normal sein, dass für Bergsteiger die klimatische Anpassung vor der kulturellen steht. Aber in einem Bildband über Tibet würde ich auch nicht nur die schönen Bilder betrachten wollen. Bitte fragen Sie ihn doch bei seinem nächsten Anruf einmal nach den Menschen, von denen er umgeben ist. Vielleicht gewinnen wir dann lebendigere Eindrücke. Mit herzlichen Grüßen an Thomas Bubendorfer in den Höhen des Chulu Far East, Ilona König
Hallo Ilona,
herzlichen Dank für Ihr Feedback. Der Titel ist bewusst bildhaft gewählt. Allerdings nicht, um eine jahrtausendealte Kultur und ihre Geschichte zu bewerten. Vielmehr geht es um eine Beschreibung der Umstände, die Thomas vorfindet – vor allem auch um seine persönlichen Eindrücke. So wird er sicherlich auch noch von den Menschen berichten, denen er begegnet. Die Grüße richte ich ihm natürlich gerne aus!
“Zustände wie im Mittelalter” finde ich persönlich schon sehr passend: Passend zu Payback. Keiner nimmt mich als Kunden ernst, keiner schreibt meine Punkte gut …
Von welchen Menschen bin ich eigentlich umgeben, solchen, die sich um meine Bedürfnisse als Payback-Kunde bemühen? Oder solchen, die sich lieber in Luftschlösser im Hochgebirge verziehen, wenn die Kacke am dampfen ist?
Was hat das denn mit Thomas Bubendorfer zu tun ?? Schöne Grüße an Thomas und weiterhin viel Glück bei der Vorbereitung und der anschließenden Übersteigung !!