Gerade sprechen wir noch über die erstaunlich gute Verbindung zu Thomas – und schon ist alles ganz anders. Das heutige, sehr kurze, Telefonat bestand vor allem aus vielen verschiedenen Rausch-Varianten, abgerissenen Sätzen und pfeifendem Wind. Dazwischen hörte ich Thomas ziemlich stark atmen und konnte folgende Wortfetzen herausfiltern:

 “… Sind (wieder) auf 4.850 Meter … werden den Gipfel nicht machen… für mich festgestellt, es ist noch zu früh für einen Sechtausender in meiner Akklimatisierungsphase… richte mich nach meiner Herzfrequenz …  Freue mich auf eine warme Dusche…”

Wann und wo er an die Dusche kommt und wie genau der neue Plan für die nächsten Tage aussieht, konnte ich nicht mehr verstehen. Ich hoffe, dass er sich morgen Früh wieder melden kann. Vielleicht ist er ja auch schon auf dem Weg zu seinem Computer, so dass er uns bald per Email die neuesten Informationen zukommen lässt.

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Irgendwo am Chulu Far East ist Thomas immer noch unterwegs

  1. April 13, 2007 von Nina

    @ Gerfried: Laienfrage: Reicht es dann nicht, wenn sich Thomas länger auf der Höhe von 4.800 m aufhält und sich so daran gewöhnt – und dann einfach weiter nach oben aufsteigt? Oder muss er seinem Körper bewusst ständig den Unterschied unten und oben “antun”? Woran spürt man dann, dass es “zu früh” ist?

  2. April 13, 2007 von Gabor Gafka

    Die vorgeschlagene Taktik reicht bei weitem nicht. Mit zunehmender Höhe sinkt der Luftdruck kontinuierlich allerdings kann sich der Körper bis zu einer Höhe von ~6.000m darauf mehr oder minder einstellen. Hoch steigen und tief schlafen lautet die Devise. Der Körper merkt sich die Sauerstoffarmut und reagiert dann zeitversetzt darauf und ist beim nächsten Anstieg dann beseer präpariert. Neben der Herzfrequenz sind der Sauerstoffgehalt im Blut und ein generelles körperliches “Wohlgefühl” gute Kennzeichen.

  3. April 13, 2007 von Andrea

    Vielleicht noch als kleine, physiologische Ergänzung zu Gabors Erklärung: die angesprochene Verzögerung dauert ungefähr acht Tage. Während dessen wird im Körper der Anteil der roten Blutkörperchen erhöht, so dass der Körper mehr Sauerstoff aufnehmen, verwerten und effektiver einsetzen kann. Und dadurch wird der Körper insgesamt leistungsfähiger.

    Thomas wird in seiner Vorbereitung diesen Vorgang:

    - hoch steigen – tief schlafen – wieder absteigen –

    noch mehrmals zu wiederholen, um für den Überstieg des Everest seinen Körper bestmöglich vorzubereiten.

  4. April 13, 2007 von Gerfried

    @Nina: Der Antwort von Gabor und der Ergänzung von Andrea ist eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen. Die von Andrea erwähnten 8 Anpassungstage sind laut der neuesten höhenmedizinischen Forschung (je nach Organismus, also individuell) eher bei 5 bis 7 Tagen anzusetzen. Dann hat sich der Körper an die vorher erreichte Höhe adaptiert und man kann in dieser Höhe schlafen bzw. am nächsten Tag weiter aufsteigen.. Dies gilt dann vor allem für sehr große Höhe ab 5500m.

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