Die Verbindung zu Thomas Bubendorfer klappt zum Glück wieder einwandfrei. Insgesamt sechs Emails mit schönen Fotos und interessanten Berichten hat er uns aus der nepalischen Bergwelt geschickt. Los geht’s:
Samstag 09:42 Uhr:
“Gestern für einen ersten Höhenreiz bis 5.400 Meter gestiegen. Basislager Everest wird in dieser Höhe sein. Im Hintergrund die wunderschöne Nordseite der Annapurna II, 7.900 Meter. 10 Grad und starker Wind.”
Sonntag, 14:53 Uhr:
“7.454 Meter Gangapurna, sehr schöner Siebentausender auf dem Weg, da kriegt der Thomas gleich Lust und Pläne für 2008…”

Wildes Motiv vor dem Siebentausender Gangapurna
Sonntag, 15:01 Uhr:
“Für die Spezialisten für Höhentraining: heute habe ich insgesamt 1.300 Höhenmeter überwunden mit Auf- und Abstiegen, und zwar von 3.500 Meter (Manang) bis 3.450 Meter Thorung Pedi. Mein Durchschnittspuls war 115 Herzfrequenz und ich bin in fünf Stunden (sehr weite Strecke, sicher 15-18 km oder so) nur 34 Minuten über der so genannten aeroben Schwelle gewesen, Maximalpuls 138.”

Thomas auf 4.550 Metern – nach sieben Stunden GehenÂ
Sonntag, 15:06 UhrÂ
“Diese Kinder gehen jeden Tag von ihrem Heimatort Ngawal, 2.655 Meter, nach Humde, 3.200 Meter, in die Schule und zurück…

Auf dem Schulweg – Kinder aus Ngawal
Heute von 4.850 Meter abgestiegen ins Tal, bis es morgen wieder auf 4.000 Meter hinauf geht. Es ist erst mein sechster Tag in über 3.000 Meter. Das Schlimmste ist Geduld zu haben, der Körper braucht seine Zeit um die roten Körperchen für die Höhe (EPO, im “Tal” ein Dopingmittel) zu bilden. Heute morgen Ruhepuls in 4.850 Meter zwischen 57 und 59 Herzfrequenz. Das ist noch mindestens 10 Schläge von meinem normalen Ruhepuls im Tal entfernt. (Normaler Ruhepuls des deutschen Durchschnittsbürgers dürfte bei ca. 65 liegen, im Tal). Gruss Thomas”
Sonntag, 15:21 UhrÂ
“Besser als nichts, und gut, dass ich durch jahrelange kalte Duschen abgehärtet bin, aber heute wird es nach sechs Tagen voraussichtlich eine Dusche MIT WARMEM WASSER geben, und ehrlich, bei allem Abenteurertum, das stört mich gar nicht…” – Kann ich gut verstehen, Thomas!

Katzenwäsche mit eisigem Wasser
Sonntag, 15:23 Uhr
Zu guter Letzt hat Thomas uns heute noch ein Bild seines Teams geschickt. Mit folgendem Kommentar: “Das ist mein Team Sherpa Nima, Porters Sher und Ram. Saukalt hier draußen in 4.500 Meter um 19 Uhr, finster ist es. Thomas”
 
Thomas Wegbegleiter – im Vordergrund Sherpa Nima mit Karte
Mit diesen tollen Bildern und seinen “Tagebucheinträgen” gelingt es Thomas, ein sehr plastisches Bild seiner Vorbereitungen zu vermitteln. Also zumindest bei mir entsteht das Gefühl, selbst ein bisschen “mit dabei” zu sein. Übrigens könnt Ihr auch weiter Fragen an Thomas stellen – egal welche. Er sagt selbst, dass er viele Dinge und alpine Details als “alltäglich” empfindet, die für uns vielleicht spannend und neu sein könnten.

hallo der Kommentar zu “EPO, im Tal ein Dopingmittel” gefällt mir hier so gar nicht. Biotechnologisch hergestelltes Erythropoetin wäre auch am Berg Doping und nicht das Beste was man seinem Körper tun kann. Und definitiv sind die “Roten Körperchen für die Höhe” nicht mit EPO gleichzusetzen. Der Akklimatisationsprozess ist hochkompliziert und bei weitem noch nicht erforscht, es gibt nur allgemeine Richtlinien. Es wäre besser, das so zu erwähnen und weitergehende Erklärungsversuche zu unterlassen.
Vieleicht wäre auch ein extra Posting zu dem Thema ganz nützlich, auch um zu erklären warum Thomas nicht einfach gut ausgeruht aus dem Tal auf den Gipfel stürmen kann.
Ein eigener Beitrag dazu wäre sicherlich hilfreich (Gerfried?). Ich habe den Nebensatz von Thomas nämlich als Scherz verstanden…aber was weiss schon der Laie?
@Martin: Ich hab’s Thomas schon weitergeleitet. Danke für die Aufklärung – vielleicht sollten wir da tatsächlich noch mal genauer drauf eingehen.
Zum Thema Vorbereitung: dazu gab es in den letzten Kommentaren auch ein paar interessante Beiträge – warum Thomas immer wieder auf- und absteigt zum Beispiel. Aber ich mache dazu noch ein eigenes Posting, denn in den Kommentaren verliert sich das sicher auch ein bisschen.