Akklimatisierung - warum eigentlich?

Warum muss  sich Thomas eigentlich so lange akklimatisieren? Also warum kann er als gesunder, austrainierter Sportler nicht einfach ankommen und sofort den Everest erklimmen? Diese Frage hat uns in den letzten Kommentaren immer wieder beschäftigt. Unser Berg-Experte Gerfried hat uns dazu eine recht anschauliche Erklärung gemailt:

“Menschen aus unseren Breiten können nicht einfach so zu einem Achttausender reisen und ihn gleich auf Anhieb besteigen. Angenommen, ein durchtrainierter Ausdauersportler könnte per Hubschrauber auf den Gipfel des Mount Everest gebracht werden. Dann wäre er ohne Sauerstoff-Maske in wenigen Minuten bewusstlos - und in ungefähr einer Viertelstunde erstickt. Wir Menschen sind einfach nicht für große Höhen “gebaut”. Dauersiedlungen gibt es auf der Erde nur bis in circa 5.300 Meter Höhe. Würde man höher leben, würde sich der Körper langsam (über viele Wochen) bis zum sichern Tod abbauen.

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Unser Experte Gerfried - hier selbst auf Expedition

Die Akklimatisation ermöglicht es dem Körper, sich langsam an die große Höhe zu gewöhnen. Das heißt, dass er immer wieder einen Höhenreiz bekommt und er dann im Knochenmark die so wichtigen roten Blutkörperchen bilden kann (wie schon in mehreren Beiträgen beschrieben). So ausgestattet, kann der Mensch immer wieder neue Höhen erobern und mit einem zusätzlichen Reiz noch mehr rote Blutkörperchen bilden. Das macht man so lange, bis der Körper schließlich für die 8.000 Meter bereit ist. Wenn man aus Europa kommt, dann kann man einen niedrigen Achttausender bei günstigem Wetter, guter Gesundheit usw. frühestens nach ungefähr einem Monat besteigen. Da der Everest noch um einiges höher ist - und so die Luft noch mal um einiges dünner - braucht man zum Akklimatisieren etwas länger.

Um in der Zeit der ersten Akklimatisation nicht ständig im langweiligen Basislager herum zu hängen, hat sich Thomas vorher eine Trekkingtour ausgesucht.”

Vielen Dank an Gerfried, der das “langweilige” Basislager wohl schon selbst erlebt hat :)

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