Eisige Kälte am Everest
Thomas ist zusammen mit Sherpa Nima in seinem ABC auf rund 6.200 Meter und dort ist es zu kalt, um den Computer mit zu nehmen. Schon im Basislager auf 5.200 Meter hat es außerhalb des Zeltes in der Nacht minus 15 Grad - und im Zelt klettert die Temperatur gerade mal auf 5 Grad.
Schon in einem seiner ersten Mails aus dem Basislager hat Thomas geschrieben:
“Übrigens haben mir alle abgeraten, den Laptop ins vorgeschobene Basislager mitzunehmen, denn da oben ist es WIRKLICH kalt und ich hatte gestern Abend schon hier “unten” gröbere Schwierigkeiten, den Rechner hoch zu fahren. Tatsächlich nehmen nur die Expeditionen einen Laptop auf 6.400m, die einen zweiten in Reserve unten im Basislager lassen. Was die Franzosen täglich machen, die haben natürlich auch eine Website dass sie anrufen und diese Anrufe gespeichert werden können. So können sich die Besucher diese sehr authentischen Telefonate mit allen Sturmgeräuschen und so auf der Seite anhören. Das können wir doch auch, oder? Weil anrufen kann ich Dich ja vermutlich immer.”
Dazu sei gesagt, dass ich mir nun ein hochempfindliches, digitales Aufnahmegerät besorgen werde, mit dem wir dann hoffentlich Thomas Telefonate als Audio-Datei in den Rechner einspielen können.
Der gestrige Anruf war recht kurz: Er stehe gerade in einer etwas windgeschützten Eishöhle, mit unglaublich schönen, bis zu sechs Meter langen Eiszapfen. Davon hat er dann auch bald ein Foto versprochen - genauso wie von der Dusche im Basislager. Um ihn herum wäre ein ziemlicher Wind und es sei bitterkalt. Das Wetter ist insgesamt sehr schlecht und unbeständig. Was für diese Jahreszeit eher ungewöhnlich ist.
Deshalb würde der Computer eine Nacht im ABC - bei minus 9 Grad im (!) Zelt - wohl eher nicht überstehen. Obwohl man sich das so vorstellen muss, dass der Computer ganz nah an den Körper und mit in den Schlafsack darf. Damit er nicht ganz so stark unterkühlt wird.
Thomas erzählte weiter - leicht schnaufend - dass er alleine um sich morgens anzuziehen eine ungeheuere Motivation und Energie braucht. Er will auch gar nicht an den nächsten Morgen denken, dann gehe ja die Schinderei wieder von vorne los. Und dann hat er noch den schönen Satz gesagt: “A bisserl einfacher könnts schon sein!” Woraufhin ich mir ein “na, das hast Du Dir aber selbst so ausgesucht” nicht verkneifen konnte. Und da musste er dann doch lachen - trotz der gemeinen Kälte. Der Plan ist nun, drei Tage in seinem oder im allgemeinen ABC zu verbringen und “kleinere” Touren unternehmen. Auch das gehört zur weiteren Akklimatisierung. Vielleicht kann er zwischendurch auch kurz zurück ins Basislager - um ein Email oder Bilder zu schicken. Ich halte Euch auf dem Laufenden!


