Thomas hat sich leider bisher noch nicht aus Katmandu gemeldet – mal sehen, ob er sich morgen auf mein Email melden wird. Bis dahin möchte ich die Gelegenheit nutzen, seine Route vorzustellen. Letzte Woche war Thomas Bubendorfer in Begleitung seines Freundes Gerfried Göschl – ihn stellen wir auch noch vor – bei Loyalty Partner in München und hat uns die wichtigsten Informationen über sein geplantes Vorhaben gegeben.
Die bekannteste Route des Everest führt von der nepalischen Seite auf den Gipfel. Unter Experten gilt sie allerdings als “wenig anspruchsvoll”. Daneben hat der Everest natürlich auch weitaus schwierigere Anstiege. So führt die vermutlich faszinierendste Route des Berges durch die Nordwestwand an der tibetischen Seite.
Sie heißt „Supercouloir” und ist drei Kilometer hoch. Zum Vergleich: die Eiger Nordwand ist 1,8 Kilometer hoch. Diese Route ist wohl die direkteste auf einen Achttausender überhaupt. Sie ist die Kombination aus dem sogenannten Japaner Couloir im unteren und dem Hornbein Couloir im oberen Teil dieser Wand.
Thomas Bubendorfer will das Supercouloir in einem Zug, also ohne zu biwakieren, ohne Fixseile (!), allein und ohne künstlichen Sauerstoff (!) durchsteigen und über den Nordgrat, den Normalweg der tibetischen Seite, absteigen. Auf diesem Grat wird er auf die Infrastruktur, also zum Beispiel Zelte, einer französisch-monegassischen Expedition zurückgreifen können. Diese Expedition wird übrigens von der monegassischen Regierung mit Fürst Albert II von Monaco als Schirmherr, unterstützt.
Also das hört sich schon einzigartig an – und ich bin schon auf den ersten Bericht von Thomas aus dem Basislager gespannt. Denn er selbst wird sich auch erst vor Ort ein Bild über den “Zustand” des Bergs machen können – und davon hängt wiederum entscheidend ab, ob und wann er sein Vorhaben durchführen kann.