Leider ist mein hochempfindliches Telefonabhörgerät noch nicht eingetroffen. Sonst hätte ich Euch diesen sehr wilden Anruf von Thomas gestern gerne vorgespielt. Unter vielen zerstückelten Gesprächsfetzen konnte ich nämlich leider nicht alles verstehen. Etwa so viel:

“Die Ladegeräte für Computer und Foto sind leer … zu kalt… bin im ABC (ob im allgemeinen oder in “seinem” ABC konnte ich nicht verstehen) … gut geschlafen… Luft sehr dünn.” Zwischendurch habe ich versucht, ein paar Antworten zu bekommen, wie lange er noch dort bleibt, wie das Wetter ist…und habe folgendes verstanden:

“Bleibe so lange es mir gut geht. Das Wetter ist besser. Ein Bergsteiger der Franzosen musste nach vier Tagen wieder runter. Dem ging’s immer schlechter. Auf 6.400m Höhe kann man sich nicht erholen. Leistung wird immer schwächer… minus 30 Grad.” Außerdem will er in den nächsten Tagen eine Erstbesteigung am Everest wagen. Eine Route bzw. Wand, die Gerfried ihm in München gezeigt hat. Ich werde mal versuchen, Gerfried in den nächsten Tagen zu erwischen und ihn bitten, uns die Route zu beschreiben.

Sobald er kann, meldet er sich wieder – per Telefon auf jeden Fall. Und bis dahin versucht er, die Akkus von Handy und Foto zwischen den Knien so lange wie möglich warm – und so am Laufen zu halten.

  1. Mai 2, 2007 von beni

    Durchhalten ist also angesagt… Viel Erfolg!

  2. Mai 2, 2007 von gabor gafka

    Thomas bitte ein riesengroßes Dankeschön für die Beantwortung meiner Fragen ausrichten!
    Wünsche ihm weiterhin gutes Gelingen und drücke ihm die Daumen für besseres Wetter! Eigentlich hält der Mai ja immer ein Zeitfenster mit schönem Wetter am Everest bereit. Hoffe, daß Thomas dieses auch nutzen kann.
    Wie orientiert er sich am Berg? Mit GPS oder herkömmlich mit Kartenmaterial und Fotos sowie Höhenmesser usw.? Legt er in der Wand Materialdepots an? Gibt es auf seiner Abstiegsroute über den Normalweg Unterstützung von den Franzosen? Beste Grüße und alles Gute!

  3. Mai 2, 2007 von Andrea

    Hallo Gabor! Das mach’ ich sehr gern. Er hat gerade auch wieder aus der Kälte angerufen, das schreib’ ich auch gleich noch zusammen und stell’s online. Die neuen Fragen schicke ich ihm per Email, da die Telefonate immer noch recht zerhackt sind…

  4. Mai 7, 2007 von Thomas

    Hallo Gabor!
    Ich Orientiere mich am Berg “am Berg”. Der gibt mir die Routen ohnehin vor, GPS habe ich noch nie verwendet, Höhenmesser dient selbstverständlich der allgemeinen Orientierung, und Kartenmaterial brauche ich in der Wand auch nie. Das war z.B. beim Trekking im April nötig.

    In der Wand werden keine Materialdepots angelegt, die Routen will ich an einem Tag durchsteigen. Ein Notlager werde ich vorher an einem höchsten, sicheren Punkt einrichten.

    Auf der Abstiegsroute über den Normalweg kann ich die Infrastruktur der Franzosen nützen (Zelte), und mein guter Sherpa Nima wird mich dort auch treffen.

    Danke für die guten Wünsche! Thomas

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