Karibik - immer gerne!

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Thomas beim Training in 5000m Höhe!

Nach einigen Tagen Computer-Abstinenz im ABC (Advanced Base Camp), hat Thomas am Sonntag (6. Mai) wieder viele Bilder, Eindrücke und Antworten geschickt.

1. Motivation
Sehr gute Frage. (Von Nina und Ilona) Wenn’s mir nicht gut geht leide ich (natürlich still) vor mich hin. Tatsächlich ist das Klettern selbst die geringste Übung. Weil wenn ich klettere, dann bin ich eh fit und alles läuft.

Ich habe aber wieder einmal vor Augen geführt bekommen an diesem Berg und in diesen Wochen, dass auf einen schlechten Tag immer wieder ein guter folgt (”immer wenn Du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her”). An schlechten Tagen sage ich mir auch immer wieder, Du hast Dir das selbst ausgesucht, es ist Dein Leben, Du willst kein anderes, auch wenn es (natürlich) nicht immer nicht leicht ist und sein kann und sein soll.

2. Payback Trip in die Karibik!
Finde ich ganz toll die Idee (von Sascha), hätte von mir sein können. Bitte nach Gipfelsieg unbedingt an Herrn Schrack und Herrn Rittweger weiter leiten!

Sehr wichtig ist für Thomas auch der Kontakt zu Gerfried: 

“Der Gerfried ist super, baut mich in den entscheidenden Momenten immer wieder auf. Ich hatte gerade in den ersten vier Tagen im ABC große Probleme, weil ich mich wie beim Training zu Hause immer wieder am Puls orientiert hatte und einfach nicht verstehen konnte, dass der beim Steigen in über 6.500 m gleich einmal auf 130 ist oder so… Das Pulsgerät lasse ich jetzt am Berg über dem ABC aber weg!”

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Shekkar - ein kleiner Ort auf 4.200 Meter

Thomas ist übrigens seit Samstag in Shekkar - und nicht im Basislager. Wegen der besseren Regenerierung, hat er mir erklärt. In seinem gestrigen Email schreibt er weiter:

“Da heute Sonntag ist habe ich mich gestern nicht so beeilt mit dem Mailen, und dann gab es Abends keinen Strom hier in Shekkar, 4.200m…Ich bin zum Regenerieren hier, herrlich ist es, in einem Bett zu schlafen in einem 4m hohen Raum (sehr bescheiden alles für europäische Verhältnisse, Strom und Wasser nur bis 8.30 morgens und ab 17.30). Das baut richtig auf.

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Thomas vor seinem “richtigen” Bett in Shekkar

Ich soll mich regenerativ bewegen, das heißt, Puls bis 110/Minute (bin auf 4.200m). Auf der ebenen Straße komme ich nur im Laufschritt auf diesen Puls, im Gehen bleibt der meist unter 100! Das ist ein gutes Zeichen für meinen Form.

Eine Nacht bleibe ich noch hier, morgen (also am 7.5.) geht es ins Base Camp zurück, übermorgen in einem Zug ins ABC. Darauf folgt ein Rasttag oben im ABC und DANN hoffentlich die Erstbesteigung! Dann werde ich sehen, wie das Steigen im unverspurten Gelände klappt, wie schnell ich bin, etc. Ich muss alles wirklich Schritt für Schritt nehmen, wenig lässt sich richtig berechnen bzw. vorhersagen.

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Straßen-Szene in Shekkar

Die Fotos im Anhang zeigen den SEHR langen Anmarsch: 24 km, vom BC (5.200m) bis ABC (6.400m). Den haben wir beim ersten Mal in zwei Tagen mit Zwischenlager in 5.800m gemacht, wo ich an den Eistürmen herum gestiegen bin (Training in 5.800m).

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Auf dem Weg ins ABC

Übermorgen bzw. in drei Tagen mache ich den Weg aber erstens ohne Klettern und zweitens an einem Tag. Auch hier im Hotelzimmer ist es kalt, ich tippe hier mit Haube und dicker Jacke…Gruss, Thomas”

  1. Hallo Thomas, danke für die Worte zu deiner Motivation - du findest sie also in dir selbst, das ist interessant, die meisten Menschen suchen sie wohl zumeist in äußeren Faktoren (Ruhm, Geld, Macht). Hier wird wieder die Faszination deutlich, die von einer Unternehmung wie deiner ausgeht. - Trotzdem: Gibt es nicht auch Angst? Vor der Gefahr, dem Scheitern? Wie gehst du damit um? Oder kann man das ganz beiseite legen auf einer solchen Expedition?

  2. Hallo Ilona, schau doch mal in den Beitrag “die Angst vor dem Scheitern”. Da hat Thomas eigentlich schon einen recht tiefen Einblick in seine Gedanken gegeben. So schreibt er da auch:

    “Ich habe sehr viele Ängste, stelle mir tausend Situationen vor, was nicht alles passieren könnte, und vor allem habe ich vor dem Scheitern Angst. Ich habe heute noch keine Ahnung wie ich reagieren würde, wenn ich merke, es geht nicht mehr. Die Kinder und meine Frau vermisse ich SEHR! Natürlich stehe ich in Kontakt mit denen, rufe alle drei bis vier Tage an. Außerdem schauen sie den Paybackblog.

    Beim Klettern bin ich meist sehr ruhig, Adrenalin Schübe sind selten, und gerade der Umstand, dass ich gut Kraft habe in der Anstrengung, gibt mir dann noch mehr Kraft. Ich genieße es, zu leisten.”

  3. Wer hat denn das Foto von Thomas beim Training gemacht?

  4. Sein Sherpa Nima - der ist auch schon auf ein paar Bildern zu sehen..

  5. Ich habe gelesen, Andrea, was Thomas da schrieb. Aber inzwischen ist er vier Wochen vor Ort, hat sich in die Situation eingewöhnt und mich würde interessieren, ob sich seine Einstellung gerade in dieser Frage entwickelt - jetzt, wo der Termin für seine Aktion näherrückt.

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