Auch wenn beim Börsengang von Facebook nicht alles nach Plan lief, zweifelt niemand an der Ausnahmestellung, die das Soziale Netzwerk in der digitalen Welt einnimmt: Weltweit nutzen mehr als 900 Millionen Menschen Facebook und auch so gut wie jedes größere Unternehmen verfügt heute über eine eigene Fan-Seite.

Denn den Luxus, auf die Marketing-Wirkung von Facebook zu verzichten, will sich heute niemand mehr leisten. Der Börsengang von Facebook  hat dazu beigetragen, dass das Thema noch interessanter werden dürfte.  Denn um an der Börse zu reüssieren, muss Facebook seine Profitabilität steigern und nimmt deshalb die Business-Partner stärker ins Visier.

So wurde bereits Ende 2011 die Nutzer-Akzeptanz für „Sponsored Stories“ am Seitenrand getestet und ermöglicht es Werbepartnern inzwischen sogar, bezahlte Inhalte als „Featured Stories“ in den News-Feeds der Nutzer zu platzieren.

Zudem will sich Facebook auch für E-Commerce Modelle öffnen und hat im Vorfeld des Börsengangs laut darüber nachgedacht, die virtuelle Währung „Facebook Credits“ nicht mehr nur für Online-Spiele einzusetzen. Gut passt zu all dem, dass im April ein „Preferred Marketing Developer“-Programm startete, das es Agenturen ermöglicht, sich als Facebook-Spezialist zu zertifizieren.

Wer mit den ungeschriebenen Regeln des Netzwerks umzugehen weiss, für den kann Facebook schon heute ein wichtiger Kanal im Marketing-Mix sein – wie einige Beispiele zeigen:

• Das US-Frauenmagazin Flair ermöglicht es seinen Facebook-Fans, Kleidungsstücke auf Bildern zu taggen und mit Informationen zu Hersteller, Preis und Einkaufsmöglichkeiten zu versehen. Alle „Fashion Tags“ werden in einer Galerie dargestellt, die besten getaggten Kleidungsstücke jede Woche in der Printausgabe veröffentlicht.

• Die Bier-Marke Heineken rief per Facebook dazu auf, Bierflaschen selbst zu gestalten und ließ ihre Fans über die Entwürfe abstimmen. Aus den 100 beliebtesten Entwürfen kürte eine Jury das Gewinner-Design, von dem nun 1 Million Flaschen in den Verkauf kommen.

• Und auch PAYBACK bietet mit der “PAYBACK Likes Lounge” eine Facebook-App, die bekannte Elemente aus der Gaming-Welt des Sozialen Netzwerks mit realen Aktionen zum Sammeln von Punkten verbindet. Zum Beispiel kann es darum gehen, eine bestimmte Zahl von Freunden innerhalb eines beschränkten Zeitraums zum „Einchecken“ in der Filiale eines Partners zu mobilisieren.

Gemeinsam ist diesen Beispielen, dass sie sich bekannter Elemente und Funktionen von Facebook bedienen – das „Taggen“, „Liken“ oder „Einchecken“ – und diese für einen Marketing-Kontext adaptieren. Schlechte Karten hat, wer Facebook-Nutzer innerhalb „ihres“ Netzwerks mit spaßfreien Werbebotschaften bombardiert.

Nach dem ersten Absturz hat Facebook nicht nur an der Börse weiteres Potenzial - auch unter Werbeaspekten hat das Soziale Netzwerk noch einiges zu bieten – vorausgesetzt man versteht es, diesen Marketingkanal optimal zu nutzen.

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