Wir haben ihn im Mai hier auf dem Blog (fast) täglich live bei seinem Abenteuer Mount Everest begleitet – und dafür extra die neue Kategorie “Der Berg ruft!” geschaffen. 

Jetzt ist ein neuer Bildband von Thomas Bubendorfer erschienen, in dem auch grandiose Fotos von den Tagen im Himalaya zu sehen sind. “Ausgangspunkt jetzt” heisst das Werk, das bei terra magica erscheint.

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Habe es gerade durchgeblättert – die Bilder sind grandios.
Gibt es natürlich auch bei Amazon!

Letztes Wochenende hat eine Handvoll kletterbegeisterter PAYBACK-Mitglieder die österreichische Bergwelt unsicher gemacht. Und zwar mittels einer ganz besonderen PAYBACK-Olympia-Prämie, „Klettern mit Thomas Bubendorfer“, Ihr erinnert Euch? Rainer, unser Event-Betreuer, der sich zusammen mit Thomas um die Teilnehmer gekümmert hat, war schwer begeistert. „Alle hatten großen Spaß und die Gruppe war sehr nett. An der Wand waren die Frauen den Männern diesmal überlegen. Zwei der Mädels klettern regelmäßig – und das hat man auch gemerkt!“
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Rainer erzählt weiter, dass selbst die absoluten Anfänger nach einigen Versuchen in die Steilwand eingestiegen sind, die immerhin einen Schwierigkeitsgrad von ungefähr 5 hat! Thomas hatte die Gruppe sogar ein bisschen unterschätzt. Am Abend nach der Siegerehrung war aus der bunten Truppe dann ein echtes Team geworden und es fand ein reger Austausch an Email-Adressen statt.

Am Abend gab’s noch ein Highlight für die Kletterer: “Der Vortrag von Thomas mit den faszinierenden Bildern seiner größten Erlebnisse ließ uns allen wirklich den Atem stocken. Manchmal konnten wir nur noch den Kopf schütteln, über die „Verrücktheit” seiner Exkursionen. Tolle Fotoshow!”Â
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Ob es besonders witzige Situationen gab, wollte ich noch von Rainer wissen. “Die gab’s natürlich den ganzen Tag! Vielleicht eine besondere: Nachdem beim Klettern alles rund gelaufen ist und sich wirklich keiner auch nur eine Schramme geholt hat, war es die Gudrun, die sich dann beim Besuch der Salzach-Klamm nach einem Ausrutscher mal kurz auf ihren “Allerwertesten” setzte :-)

Alles in allem war es ein tolles Wochenende, das wir alle gerne noch verlängert hätten…”

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Die PAYBACK-Kletterer : Markus, Andreas, Boris, Jürgen,
Carsten, Isabell, Anne-Rose, Melanie und Thomas (v.l.)

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Erstmal gut Aufwärmen – Thomas macht’s vor!

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Gudrun ganz mutig zum ersten Mal in luftiger Höhe!

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Melanie “the black cat” zeigt den Jungs mal, wo der
“Kletterhaken” hängt!

Ihr erinnert Euch sicher noch an Thomas Bubendorfer? Genau, den weltbekannten Extrembergsteiger, den wir im Frühjahr fast täglich im Blog begleitet haben. Er wollte auf ziemlich spektakuläre Art und Weise den Gipfel des Mount Everest bezwingen: an einem Tag und im Alleingang! Das Wetter hat ihm zwar am Ende einen Strich durch die Rechnung gemacht – aber wir hier im Blog haben einen spannenden Einblick in die Welt des Höhenbergsteigens gewinnen können.

Für alle PAYBACK Mitglieder und Kletter-Fans gibt’s jetzt ein ganz besonderes Schmankerl: Klettern mit Thomas Bubendorfer im Rahmen eines Event-Wochenendes im Salzburger Land! Genauer gesagt auf dem Pass Lueg, inmitten des Tennen- und Hagengebirges. Übernachtung und Halbpension in einem urigen Gasthof nahe der Salzachklamm inklusive! Zusammen mit Thomas, dem PAYBACK Event-Team und  zwei Bergführern können die Teilnehmer in verschiedenen Schwierig-
keitsgraden an einem tollen Naturfelsen ihre Kletterkenntnisse auffrischen, erweitern oder auch erste Klettererfahrungen sammeln. Natürlich gesichert und unter ständiger Aufsicht der Kletterexperten.

Letzte Woche haben wir uns mit Thomas den Gasthof und den Felsen angesehen – einfach klasse. Thomas hat auch noch mal betont, dass die Teilnehmer tatsächlich keine Vorkenntnisse im Klettern brauchen, lediglich die Lust auf etwas Neues und eine gewisse Grundsportlichkeit setzen wir voraus. Ansonsten kann sich jedermann (und jedefrau) anmelden. Die Kletterausrüstung wird übrigens gestellt. Es wird aber nicht nur geklettert: Ein gemeinsamer Besuch der Salzachklamm und ein interessanter Dia-Vortrag von Thomas werden den Ausflug in die Berge abrunden.

Am 15. – 16. September findet das Ganze statt. Aber Achtung, das Event gibt’s exklusiv nur als PAYBACK Prämie – und die Teilnehmerzahl ist auf zehn Personen begrenzt. Also schnell anmelden, bei mehr als zehn Anmeldungen entscheidet das Los. Hier geht’s zur exklusiven Kletter-Prämie. Viel Spaß!

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Der Kletterfelsen – versteckt in der Nähe von Pass Lueg

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Thomas testet den Felsen …

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Sooo hoch ist der Felsen… Thomas lässt sich
auch vom Regen seine gute Laune nicht verderben

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Gasthof Pass Lueg – Bergidylle inmitten des Tennen- und Hagengebirges

25. Mai 2006. Treffen mit unserem Everest Abenteurer in München. Thomas Bubendorfer sieht prächtig aus. Braungebrannt ist er und wirkt frisch und gut erholt. Aber auf unsere Frage, wie’s  denn “im Urlaub” war, lächelt er etwas müde. Diese Frage sei ihm in der letzten Woche mehrfach gestellt worden. Freunde und Familie – vor allem natürlich Frau und Kinder – haben sich sehr über seine Rückkehr gefreut.

Er hat uns drei Stunden Filmmaterial mitgebracht, auf Video-Tapes. Daraus sind nun ein paar kurze und schlicht aneinander gereihte Filmchen entstanden, die ich heute endlich live stellen kann. Bitte erwartet keine filmischen Highlights – es sind ganz einfach die oftmals wackeligen aber dafür auch sehr authentischen Bilder, die Thomas selbst von seinem Abenteuer mitgebracht hat. Die Filme sind chronologisch sortiert und jeweils mit einer kleinen Inhaltsangabe versehen. Ab und zu sieht und hört man auch Thomas, wie er sich selbst filmt oder von Sherpa Nima aufgenommen wird. 

Bei unserem Gespräch in München hat er sich aber auch Euren und unseren Fragen gestellt: Natürlich wäre es für ihn sehr viel schöner gewesen, wenn sein Vorhaben geglückt wäre. Auf der anderen Seite sagt Thomas, dass es ihm persönlich sehr viel mehr bringt, an etwas neuem zu Scheitern, als einen bereits ausgetretenen Weg zu gehen.

Den Vorwurf mangelnder Vorbereitung mag er so nicht gelten lassen. Körperlich in Topform, hat ihm vor allem die Wetterlage einen Strich durch die Rechnung gemacht, sagt er. Natürlich muss man am Everest immer mit Schneefall und Stürmen rechnen – aber wenn man die Bilder aus den letzten Jahren mit den aktuellen Bildern “seiner” Wand vergleicht, ist erkennbar, dass die Verhältnisse um einiges winterlicher und unberechenbarer waren, als um diese Jahreszeit “üblich”.

Thomas erzählt, dass er seine Angst und die Gedanken, während den verschiedenen Kletter-Versuchen in seiner Wand, nur schwer kontrollieren konnte. “Du hängst an Deinen beiden Eispickeln und hoffst ständig, dass Dir keine Lawine entgegenkommt. Wenn jetzt was kommt, dann ist es einfach aus. Selbst wenn Du irgendwie weich im Schnee landest, dann haut’s Dir die angeseilten Pickel um die Ohren. Und mit einem Loch im Bauch auf die Yaks warten, die Dich dann irgendwann den Berg hinunterschaffen, ist einfach keine schöne Vorstellung.”

Völlig offen spricht er aber darüber, dass er die Langeweile unterschätzt hat. Das war für ihn das schlimmste. Das Warten in den Camps, das Hoffen auf besseres Wetter. Die eintönigen, langatmigen und kilometerlangen Anmärsche durch öde Steinwüsten hätten ihn fertig gemacht. Da hätte er auch immer wieder mit seiner Motivation kämpfen müssen. Auch beim Anblick der streng durchorganisierten Touristen-Touren auf den Everest hätte sich sein alpines Herz zusammengekrampft.

Ein Zelt neben dem anderen, abends gab’s Essen im “dinner tent”, in den Zelten waren die Sauerstoff-Flaschen für die “Bergsteiger” schon von den Sherpas vorbereitet. (Sieht man auch in einem der Filme.) Zelt an Zelt stehen die großen und kleinen Expeditionen in den Lagern – von Bergidylle keine Spur.

Sobald er jedoch mit seinem Sherpa Nima alleine unterwegs war, neue Wege erkunden musste und dann endlich auch klettern konnte,  ging es ihm gut. Da kamen Pioniergefühle auf, da wurde er vor Herausforderungen gestellt, die eine Expedition für Thomas überhaupt erst interessant machen. Daher hat sich für ihn auch nie die Frage gestellt, auf dem Normalweg aufzusteigen. Im Rudel mit den “Bergtouristen” über eine von oben bis unten mit Fixseilen gesicherte, in Fachkreisen als durchaus “einfach” bezeichnete, Route aufzusteigen, das hätte ihn zutiefst demotiviert, sagt er. Diese Fixseile mitsamt den vielen, vielen Bergsteigern, sind auch in einem von Thomas Filmen gut zu sehen.

Welche Erlebnisse ihn besonders beeindruckt haben, wollen wir wissen: Da spricht er vom ersten Blick auf den Everest. Ein unglaubliches Erlebnis. Ebenso wie das erste Mal mitten durch die Eistürme der Eiswüste zu wandern. Beides hat er auch in seinen Filmen ganz gut festgehalten. Das Trekking in Nepal empfand Thomas auch als sehr bereichernde Erfahrung und – auch für Nicht-Profis – absolut empfehlenswert.

Seine Erfahrungen will er tatsächlich in einem Buch verarbeiten, in dem er aber auch über andere Expeditionen berichten will. Er bastelt bereits an seiner nächsten Tour – ein paar Siebentausender in Tibet haben es ihm angetan. Einer davon wurde bisher erst zweimal bestiegen, sieht “wunderschön” aus und liegt ungefähr 500 km von Lhasa entfernt.

Sein Fazit: Er kann gut mit diesem Ausgang der Expedition leben. Für ihn gibt es kein Scheitern in dem Sinne, immer nur Ausgangspunkte für neue Herausforderungen. Und deshalb hat er auch schon wieder mit dem Training begonnen – mit der Vision der neuen Expedition im Kopf.

Für alle Sport- oder Thomas Bubendorfer-Fans sei abschließend noch gesagt, wir basteln gerade an einer PAYBACK-Special-Prämie, an der Thomas live beteiligt sein wird. Sobald wir die Details wissen – werden wir sie auch hier im Blog vorstellen.

Jetzt aber viel Spaß bei den bewegten Bildern von Thomas Abenteuern in Nepal und Tibet: 

1. Film:
Ankunft bei Wind und Schneesturm im Base Camp. Eindrücke vom Base Camp. Tolle Bilder vom Everest. Thomas packt mit Nima seine Versorgungstonne aus…

2. Film:
Die Packtiere “Yaks” im Einsatz. Einblicke ins Küchenzelt der Sherpas. Aufbruch zur “eigenen” Wand. Suche nach Wasser – und dem Nachtlager. Sherpa Nima erzählt über den geplanten, nächsten Bergtag.

3. Film:
Eingeschneit – kein Aufbruch möglich. Thomas marschiert durch den Schnee und filmt sich selbst am 28. April. Die Kälte sei unerträglich. Dann zurück im Basislager. Thomas macht sich auf in Richtung Eistürme. Thomas trainiert an der Eiswand: “Und des in my old age..”

4. Film:
Einblicke und Marschieren in Eis und Schnee. Starker Verkehr an den Fixseilen des Normalwegs. Thomas erreicht das ABC (Advanced Base Camp) und muss ordentlich schnaufen. Eine Gletscherspalte wird überstiegen. Heimlicher Blick in ein Zelt der chinesischen Reisegruppe. Mit der obligatorischen Sauerstoff-Flasche.

5. Film:
10. Mai. Gewaltige Höhenstürme. Thomas klagt über die Bedingungen und den Anmarsch. “Steine, Steine, Steine.. haatschen, haatschen, haatschen.” Letzter Anmarsch an die Wand – keine Chance für die geplante Besteigung.

Thomas Bubendorfer hat seine vermeintliche “Niederlage” gut verkraftet. Auch wenn er natürlich sehr viel lieber mit einer Erstbesteigung im Gepäck zurück gekommen wäre. Er hat bei unserem Treffen brav all unsere Fragen beantwortet, einige spannende Anekdoten erzählt und mir ein paar Stunden Filmmaterial in die Hand gedrückt!

Um dieses nun zu sichten und zu digitalisieren, werden wir ein paar Tage brauchen… aber seid gespannt, es lohnt sich!

Ausschnitte aus den Filmen, seine Antworten und die persönliche Einschätzung seines Abenteuers werde ich in einen schönen Abschluss-Beitrag packen und bald möglichst online stellen.

Bis dahin schon mal ganz liebe Grüße von Thomas an alle Leser des Blog!

Am Freitag kommt Thomas Bubendorfer zu uns nach München, um von seiner strapazreichen Mount Everest Erfahrung zu erzählen und uns weiteres (Foto)Material zu bringen. Wir sind schon sehr neugierig.

Die Idee: Wer spezielle Fragen an unseren Extremkletterer hat…wir stellen sie ihm gerne für Euch und bloggen dann die Antworten!

Gestern rief Thomas mich an. Zum Glück geht es ihm – den Umständen entsprechend – gut. Er ist bereits in Kathmandu, um seine Rückreise zu organisieren. Natürlich ist er sehr enttäuscht, dass sein Vorhaben nicht geglückt ist. Vor allem die Entscheidungsfindung hat ihm sehr zu schaffen gemacht:

“Weißt, da steht man unterhalb der Wand und es ist einfach unglaublich grenzwertig. Geh’ ich da jetzt rein, hoffe dabei, dass keine Lawine abgeht, oder breche ich ab. Natürlich ist bei meinen Aktionen immer ein gewisses Risiko dabei. Aber ich kann es normalerweise sehr gut eingrenzen – vor allem, wenn die äußeren Bedingungen stimmen. Tja und dann kommt zu allem Überfluss noch der Sturz von Nima in die Gletscherspalte, die Lawine direkt über uns und irgendwie reift in Deinem Kopf der Gedanke, nein, das ist einfach zu viel Risiko. Da ist einfach die Grenze erreicht.”

Er hat sich zwischenzeitlich noch überlegt, ob er zusammen mit Nima die Erstbesteigung macht. Also dann am Seil. Er voraus, der Nima wäre schon hinterher gekommen, meint er. Aber “stell Dir vor, im ganzen Lager waren keine Kletterseile, geschweige denn Eisschrauben zu kriegen.” Alle übrigen Expeditionen gehen den Normalweg an Fixseilen, und brauchen natürlich weder Kletterseile noch Schrauben. “Zwei Eisschrauben hatte ich am Ende beisammen – mindestens 15 hätten wir gebraucht.”

Ich wollte wissen, warum er nicht “zumindest” über den Normalweg auf den Gipfel gegangen ist. “Das wäre das demotivierendste überhaupt gewesen. Nein, Andrea, das geht gar nicht für mich. Da gehen jeden Tag circa 150 Leute rauf und runter. Sämtliche Lager sind gestopft voll, ein Zelt am anderen. Da wär’ ich für eine Million nicht raufgegangen.” Klare Worte…

Thomas hat noch so einiges an Filmmaterial für uns gesammelt und auch noch ein paar interessante Bilder geschossen. Dieses Material gibt er uns, sobald er gesund und munter zurück in der Heimat ist. Damit können wir dann noch einen schönen “Abschlussbeitrag” für den Blog basteln. Wenn Ihr noch Fragen habt, dann stellt sie doch einfach ein. Thomas beantwortet sie sicher gerne. 

Ihr Lieben – ich mache es kurz und schmerzlos. Thomas hat sich entschieden, seine Expedition abzubrechen. Da ich ihn leider seit ein paar Tagen nicht mehr gesprochen habe, hier einfach kommentarlos sein letztes Email – das leider erst heute bei mir gelandet ist. Darin beschreibt er die Gründe für die Aufgabe, seine Gefühle und eine wirklich haarsträubende Situation:

“Hallo Andrea,
gestern war Muttertag – nach zwei harten Bergtagen davor Ruhetag für mich. Der Wetterbericht war eh schlecht (Neuschnee war angesagt, wieder einmal) und so lag ich ruhelos herum, gar nicht müde, und bei schönstem Wetter. Der Wetterbericht ist auch aus der Schweiz sehr ungenau. Aber wenn man immer über 6.400m ist soll man mehr rasten als in tieferen Lagen, also rastete ich unruhig. Im Zelt ist es so heiß, dass man es kaum aushält, draußen muss man sofort in die Daunenjacke, und kaum ist die Sonne weg, muss man sich beim Lesen im Schlafsack die Handschuhe anziehen, wenn man ein Buch halten will…

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Der gefürchtete  Jetstream über dem Everest…

Zwei Mal war ich nun schon in der Wand und hatte bei den herrschenden Verhältnissen jedes Mal die Hose gestrichen voll: von den regelmäßigen, wenn auch nie sehr intensiven Schneefällen (ca. 10-15 cm) hatte sich in meiner Wand einiges an Pulverschnee angesammelt, nicht sehr spektakulär, aber bei mehr als 1000 Höhenmeter kommen doch halbwegs wuchtige Lawinen bzw. Schneerutsche zusammen. Das sieht man auf diesen 3 Fotos gut. Diese Lawinen suchen sich, so wie ich, den leichtesten Weg, nämlich die Rinnen.

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Lawinenspuren in den Rinnen – davor der kleine Thomas

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Close-up – deutliche Lawinenspuren in der Wand

Da klettere ich also und denke jede Sekunde: wird schon nichts daher kommen. Das ist natürlich nicht so günstig. Auf den Felsplatten liegen Schneereste, sodass man die kleinen Vorsprünge nicht sieht, wie dick das Eis ist auf den Felsen sieht man auch nicht. Man zittert sich wie auf rohen Eiern hoch und kommt nur zentimeterweise weiter in einer vorerst 1000 Meter Wand. Das ist alles andere als ideal, sehr kräfte- und nervenraubend. Es hat nur den einen Vorteil, dass der Puls bei geringem Tempo auch in fast 7000m nicht sehr in die Höhe kommt.

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Ein Lawinenkegel unter der Nordwand

Heute, 14.5., 2.45, bei ca. 20-25° minus:

Es ist wieder einmal mein Geburtstag. Sowie der meiner Frau. Sherpa Nima und ich würgen lustlos und schlotternd Pfannkuchen und Kakao hinunter und gehen in einer eisigen Nacht (hell wird es gegen 5) auf den Gletscher hinauf Richtung Einstieg. Meine Hoffnung, dass die Muttertagssonne ein wenig Schnee geschmolzen hat in der Wand, hat sich in keiner Weise erfüllt. Die Luft ist viel zu kalt, der Winkel, mit dem die hier im Zenit stehende Sonne in die Wand trifft zu steil.

Es wird gerade hell, ein dringendes, auch bei dieser Kälte (es weht zusätzlich ein leichter Wind) nicht aufzuschiebendes Geschäft hält mich eine Weile auf. Dann gehe ich Nima nach, der die Spur macht, und plötzlich ist er weg, keine 30 m vor mir. Vor lauter Sorgen um die Kälte, meine Kletterei und die schlechten Verhältnisse kapiere ich erst gar nicht, was los ist: Nima ist eine Gletscherspalte gefallen.

Er hat meine Steigeisen und Pickel, ich habe kein Seil. Nichts, um ihm vielleicht zu helfen. Ich schreie, aber keine Antwort… Es sind lange 10-15 Minuten, bis er aus einer, wie er sagt, 10 m tiefen Spalte heraus klettert  – mit meinen Eisgeräten. Während ich mich noch erleichtert über meinen Nima freue, prasselt es plötzlich über uns, und ein erneuerter Schneerutsch (im Lawinenkegel Oberschenkel tief) geht genau über die von mir geplante Route ab. Wäre Nima nicht in die Spalte gestürzt (und ich nicht vorher auf dem Klo gewesen) wäre ich sicher schon an die 100m in der Wand gewesen…

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Thomas vor der Nordwand – zum Glück ist er nicht eingestiegen!

Dicke Nebel ziehen auf. Es ist SEHR kalt. Wir kehren um. Unter diesen Umständen und Verhältnissen hat das Klettern auf den Mount Everest keinen Sinn. Während ich hier schreibe schneit es am Berg. Für den 17.5. sind starke Schneefälle angesagt. In 6.400m auf gute Verhältnisse zu warten, die sich frühestens, wenn alles optimal läuft, gegen den 20.Mai einstellen könnten, ist zu kraftraubend, körperlich und geistig.

Ich kann ja nichts tun dort oben. Vom Einstieg der Wand bis ins 5.400m Basislager sind es, wie vorher schon einmal beschrieben, an die 50km. Rauf, runter, das hat alles keinen Sinn. Ich breche die Expedition ab. Ein bekannter deutscher Expeditionsbergsteiger aus dem Allgäu (ich habe unser Gespräch auf Video) hat mich gestern angesprochen: was ich denn hier will, denn schließlich will ich sicher nicht den Normalweg gehen, sondern in die Wand..! Und die kannst Du doch zurzeit vergessen…
Ich rufe später an, Thomas“

Mir ist kurz das Herz stehen geblieben, als ich sein Email gelesen habe. Und aufgrund der Verhältnisse, die seine Bilder ja auch eindrucksvoll widerspiegeln, kann ich seine Entscheidung absolut nachvollziehen. Wie mehrfach gesagt – seine Sicherheit geht einfach vor. Ich hoffe, er meldet sich bald bei mir – denn ich würde gerne wissen, ob es ihm gut geht.

Vielleicht können wir ihn auch zu einem Vortrag für die Blog-Leser überreden – damit er uns persönlich noch mal seine Erlebnisse und Gefühle schildern kann. Sobald er sich telefonisch meldet, gebe ich Bescheid.